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Kategorie-Archiv: Lesestoff

Aachener Erklärung zu E-Books

Die Arbeitsgemeinschaft der Medizinischen Bibliotheken (AGMB) hat bei ihrer letzten Jahrestagung vom 24. – 26. September 2012 sechs Thesen zum Erwerb von E-Books und elektronischen Lehrbüchern verabschiedet.

Nutzungsrechte lizenzierter E-Books

Herr Dr. Harald Müller mal wieder einen interessanten Beitrag zum Thema in der Mailingliste inetbib geliefert. Zur einfacheren Lesbarkeit ist er hier komplett angehängt – die interessante Passage sind die letzten fünf Sätze.

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Date: Thu, 22 Nov 2012 08:47:05 +0000
From: Müller, Harald <hmueller@xxxxxxx>
Subject: Re: [InetBib] Bibliothekskampagne erfolgreich zu Ende gegangen

Schon seit 1990 haben deutsche Gerichte bis hin zum BGH in vielen Fällen entschieden, daß sogenannte Lizenzverträge rechtlich gesehen Kaufverträge sind (beginnend mit BGHZ 102, 135) . Es kommt nicht so sehr darauf an, was außen drauf steht, sondern was innen drin steckt. Diese Schlußfolgerung wurde jüngst auch vom Europäischen Gerichtshof bestätigt (Urteil vom 3. Juli 2012, Rs. C-128/11 ). Dieses Urteil hat in den betroffenen Kreisen zu größerer Erschütterung gesorgt. Und es hat Auswirkungen auf den weiteren Umgang mit E-Books in Bibliotheken. Manche angeblich lizenzierten E-Books wurden in Wirklichkeit von den Bibliotheken gekauft und als Eigentum erworben. Nur hat es denen bisher keiner gesagt. Damit sollte nun Schluß sein.

Ich empfehle zur Lektüre: Thomas Hartmann: Weiterverkauf und „Verleih“ online vertriebener Inhalte – Zugleich Anmerkung zu EuGH, Urteil vom 3. Juli 2012, Rs. C-128/11 – UsedSoft ./. Oracle. In: GRUR-Int. 2012, 980.

Fazit: Die wilden Zeiten für die Anbieter von E-Books dürften vorbei sein.

Beste Grüße

Dr. Harald Müller

Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht / Bibliothek
Max Planck Institute for Comparative Public Law and International Law / Library
Im Neuenheimer Feld 535; D-69120 Heidelberg
Phone: +49 6221 482 219; Fax: +49 6221 482 593 Mail: hmueller@xxxxxxx
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Open Access als Befreiungsbewegung

Am Sonntag-Nachmittag (04.11.2012) konnte man im Deutschlandfunk eine interessante und kundig gemachte Sendung von Bernd Schuh über das weite Feld der kommerziellen Verwertung von Information und die Rolle von Open Access als „Befreiungsbewegung gegen den Würgegriff der Verlage“ hören.

Einleitend steht dazu auf der entsprechenden Internet-Seite:

„Publish or perish“, veröffentliche oder geh unter, heißt es in der Wissenschaft. Wer etwas werden und auch bleiben will in der Scientific Community muss produzieren und publizieren. Dafür gibt es wissenschaftliche Verlage, die den Autoren die Arbeit des Setzens, Druckens und Verbreitens, aber auch ihre Verwertungsrechte abnehmen. Und damit gutes Geld verdienen. Denn ihre Kunden, zumeist Universitäten mit ihren Bibliotheken, haben keine Alternative, sie müssen die Zeitschriften abonnieren, damit die Forscher weiter produzieren und publizieren können.

Hier finden sie, neben Informationen zur Sendung und dem Manuskript, die Sendung auch zum Nachhören und eine erhebliche Liste weiterer Links zu älteren Beiträgen des Deutschlandfunks zum Thema, darunter auch die am 26.10.12 in der TH Wildau mitgeschnittene Podiumsdiskussion: „Wem gehört die Wissenschaft?“

Vielleicht sollte man den Autor Bernd Schuh oder auch die zuständige Redaktion mal dem Deutschen Bibliotheksverband für den Helmut-Sontag-Preis empfehlen…

ERM – A Standards and Best Practice Discussion Paper

Die NISO (National Information Standards Organization) hat im Januar 2012 ein White Paper zum Thema „Making Good on the Promise of ERM: A Standards and Best Practices Discussion Paper“ herausgegeben.

Mobilmachung gegen Elsevier?

Wissenschaftler initiieren einen Elsevier-Boykott: http://www.heise.de/tp/blogs/10/151310

Auf einer Unterstuetzer-Website kann man sich bekennen.

won’t publish, won’t referee, won’t do editorial work

Passend zum Thema noch ein Zeitungs-Artikel aus der Schweiz „Ein Bärendienst an der Forschung. Wie Wissenschaftsverlage den freien Zugang zu Informationen zu blockieren versuchen“.