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Schlagwort-Archiv: Elsevier

Elsevier Text-and-Data-Mining-Policy

Elsevier hat im Februar 2014 eine überarbeitete Textmining-Policy veröffentlicht und eine prompte Reaktion der LIBER – Association of European Research Libraries provoziert. Sie verbreitete eine kritische Stellungnahme dazu, in der sie vor unbedachter Registrierung via Click-through-Licenses durch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern warnt und veröffentlichte im Juli 2014 zusammen mit 17 anderen internationalen Bibliotheks- und Forschungs-Organisationen einen offenen Brief an Elsevier.

Darin wird Elsevier dazu aufgefordert, seine TDM Policy zurückzunehmen, da sie eine unfaire Beschränkung der Möglichkeiten von Forschenden darstelle, Forschungs-Ergebnisse zu  nutzen und zu verbreiten.

Weitere Unterstützer – ob Organisationen oder Einzelpersonen – sind willkommen, wie am Fuß der Kampagnen-Website zu lesen ist – auch die AG Konsortien (GASCO) ist mittlerweile dabei. Der offene Brief findet sich hier: http://libereurope.eu/wp-content/uploads/2014/07/Open-Letter-To-Elsevier1.pdf

 

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On toxic effects of scientific journals

anbei ein interessanter Artikel über die Auswirkungen des gegenwärtig herrschenden Geschäftsmodells wissenschaftlicher Veröffentlichungen durch große kommerzielle Wissenschaftsverlage wie Elsevier, Springer, Wiley et al. auf die Entwicklung der Wissenschaft:

Antoinette Molinié and Geoffrey Bodenhausen. On toxic effects of scientific journals. In: Journal of Biosciences. Vol. 38.2013. p. 189–199. DOI 10.1007/s12038-013-9328-5. URL: http://link.springer.com/article/10.1007/s12038-013-9328-5

Aus den ‚Conclusions‘:

It seems urgent to reflect on the power wielded by a handful of commercial publishers, not merely because their profits might be better used elsewhere, but because their selection of submitted papers is not based on sufficient scientific insight to draw a roadmap for the future of science. …The perverse mechanisms can be summarized as follows: publishers select papers that enhance their impact factors and sales. Granting agencies accept bibliometric measures like impact factors as criteria to rank proposals and scientists. Thus publishers exert undue influence on the making of science policy. Only papers that boost the publishers‘ revenues are deemed worthy of support. In the end, the taxpayers support both authors and reviewers, boost the publishers‘ profits through library subscriptions, and allow commercial interests to set priorities in science policy.Science used to be considered as a form of cultural creativity. It still can be, but one has to make considerable efforts to isolate oneself from all the humdrum, hype, and bling-bling, from the craze of impact factors, h-factors, and other toxic by-products of current editorial manias. … (p. 198)

Bibliotheken und Konsortien sind ebenfalls Akteure in diesen Publikationsstrukturen und bei dem dringlich gebotenen Reflexionsprozess gleichermaßen gefordert.

Lancet Journals excluded from Freedom Collection

Ende Februar wurde über die internationale Mailingliste der Konsortien darauf aufmerksam gemacht, dass ab 2013 die Lancet Titel von der Freedom Collection ausgeschlossen sein sollen.

Demzufolge gab es folgende Information an bestehende Kunden (http://www.info.sciverse.com/sciencedirect/buying/Additional/freedom/):

Additional information for existing customers

If you are already a ScienceDirect Freedom Collection customer (with pre-2013 license) you’ll continue to have access to the following Lancet titles:
The Lancet
The Lancet Infectious Diseases
The Lancet Neurology
The Lancet Oncology

Auf einzelne Nachfragen bei Elsevier ergab sich dann die Information, dass dies keine Konsequenzen für derzeitige Bezieher habe und ebenso für laufende Konsortialverträge. Was es für zukünftige Verträge bedeutet blieb offen.

Interessanterweise scheint es keine weiteren Diskussionen oder Kommentierungen in der deutschsprachigen Fach-Landschaft zu diesem Thema gegeben zu haben.

Und hier noch ein weiterer Lesestoff-Hinweis als Weiterleitung aus dem Medinfo-Weblog zum Thema: http://www.zeit.de/wissen/2013-03/wissenschaftsverlage-kritik-elsevier

Alter Schwede – Elsevier mit bestem Ergebnis der letzten 20 Jahre: 1,18 Milliarden Pfund Gewinn vor Steuern

Weiterhin lukratives Geschäftsmodell
Elsevier-Chef kassiert Rekordgehalt

Der Rechteinhaberkonzern Reed Elsevier verlegt zahlreiche Fachzeitschriften, für die Wissenschaftler ohne Honorar schreiben. Die eingesandten Texte werden von anderen Wissenschaftlern im Peer-Review-Verfahren überprüft, ausgewählt und korrigiert – und zwar ebenfalls ohne Honorar. Das fertige Produkt verkauft der Verlag an Bibliotheken und wissenschaftliche Institute. Weil diese darauf angewiesen sind, kann Reed Elsevier die Bedingungen dafür sehr zu seinen Gunsten gestalten und die Preisschraube regelmäßig anziehen. Mit diesem Geschäftsmodell lassen sich Monopolrenditen von 40 Prozent und mehr erwirtschaften. Das lohnt sich nicht nur für die Eigentümer des Verlags, sondern auch für seine Manager. Dem britischen Guardian zufolge kassierte der aktuelle Elsevier-CEO Erik Engström 2012 mit knapp 4,5 Millionen Pfund mehr Geld als jemals zuvor. 1,15 Millionen Euro davon waren Boni und weitere 2,1 Millionen bekam er in Aktien. Der 49 Jahre alte Schwede, der seit 2004 bei Elsevier arbeitet und seit 2009 CEO ist, sammelte darüber hinaus Pensionsansprüche in Höhe von 2,7 Millionen Pfund an. Sein insgesamter Aktienanteil an der Firma wird auf etwa sechseinhalb Millionen Pfund geschätzt. Mark Elliott, der Vorsitzende des Vergütungsausschusses von Elsevier, rechtfertigte die Gehaltssteigerungen für seinen Chef und für andere Führungskräfte mit dem Rekordgeschäftsergebnis des Verlags in Höhe von 1,18 Milliarden Pfund Gewinn vor Steuern. Dieses im Vergleich zum Vorjahr um ein Viertel höhere Ergebnis habe nicht nur die Erwartungen von Analysten übertroffen, sondern sei auch das beste in der bisher zwanzigjährigen Geschichte des Unternehmens gewesen. Außerdem habe der Preis der Reed-Elsevier-Aktie an der Londoner Börse ebenfalls ein historisches Hoch erreicht. Die Umsätze des Konzerns, der auch Rechte an der Datenbank LexisNexis an denComic-Con-Veranstaltungen hält, stiegen dagegen lediglich um zwei Prozent.

Peter Mühlbauer 14.03.2013 – News-URL: http://www.heise.de/tp/blogs/10/153930

Mobilmachung gegen Elsevier?

Wissenschaftler initiieren einen Elsevier-Boykott: http://www.heise.de/tp/blogs/10/151310

Auf einer Unterstuetzer-Website kann man sich bekennen.

won’t publish, won’t referee, won’t do editorial work

Passend zum Thema noch ein Zeitungs-Artikel aus der Schweiz „Ein Bärendienst an der Forschung. Wie Wissenschaftsverlage den freien Zugang zu Informationen zu blockieren versuchen“.